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Aufforderung zum Furor des "Wutbürgers"

von HIR
veröffentlicht in Österreich vom 10. September 2011

 

 

Nach der Lektüre dieses Buches fühlt man sich aufgerüttelt; der Blick auf den täglichen Trott verändert sich (zumindest temporär). Vom Systemtrottel zum Wutbürger heißt ein ungewöhnliches Buch zweier Wiener Philosophen, Eugen Maria Schulak und Rahim Taghizadegan, das soeben im (ungewöhnlichen) Salzburger Ecowin-Verlag erschienen ist. Und ungewöhnlich ist auch der Aufbau dieser harten, aber vergnüglichen Streitschrift.

Sinnlos. Zunächst trösten die Autoren den Leser (scheinbar): Es sei alles gut! Wir lebten im besten aller politischen/wirtschaftlichen Systeme. Doch in der Folge wird diese (scheinbare) Sicherheit scheibchenweise und genüsslich dekonstruiert. In einzelnen Kapiteln über Bildung, Beruf, Geld, Sicherheit, Gesundheit, Umwelt, Kultur, Beziehungen und Politik appellieren Schulak und Taghizadegan an die Leser, sich nicht länger als Rädchen im System missbrauchen zu lassen. Das klingt dann etwa so: "Die allermeisten Arbeitsplätze (...) finden sich heute an kleinen Schreibtischen mit großen Bildschirmen. Dort erledigt der Arbeitnehmer (...) Aufgaben, die für ihn persönlich völlig sinnlos sind, auf die er im Leben niemals von selbst gekommen wäre und die er nur deshalb vor sich liegen hat, weil sie ihm ein Vorgesetzter zuweist."

Gärtner. In einem dritten Abschnitt entwickeln die Autoren anhand einer charmanten philosophischen Gärtner-Metapher (das richtige Bestellen des Gartens) eine Alternative zum Sytemtrottel-Dasein.