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Der Sinnstifter
Dr. Eugen Maria Schulak

von JUDITH JENNEWEIN
UNIVIE, Das Alumnimagazin der Universität Wien (Nr.1/2009)

 

„Meine Eltern haben befürchtet, mich ein Leben lang ernähren zu müssen“, schmunzelt Eugen Maria Schulak. Denn nach zwei Semestern Biologie inskribiert Schulak mit 21 „aus Interesse“ Philosophie. Hauptberuflich arbeitet er damals als Komponist von Werbejingles und besitzt ein eigenes Tonstudio. Doch mit der Zeit wird es unbefriedigend, „Gebrauchsware zu produzieren, die weggeworfen wird“. Also verkauft Schulak sein Tonstudio und schreibt seine Dissertation über die Motive für philosophisches Denken. Danach ist er über 30 und weiß nicht, wovon er leben soll. 1998 schließlich gründet er in Wien seine „Philosophische Praxis“, eine der ersten in Österreich. „Der Anfang war hart“, meint Schulak im Rückblick, doch die Unterstützung von Journalisten und ehemaligen Professoren hat Vieles einfacher gemacht. Auch seine Erfahrung mit der Selbstständigkeit war hilfreich: „Ich wusste, wie man Kunden akquiriert.“

Heute ist seine Klientel vielfältig: Neben Einzelpersonen auf der Suche nach dem „guten Leben“ und richtigen Entscheidungen ist der Großteil von Schulaks Kunden in der Wirtschaft verortet – der 46-Jährige ist ein Unternehmensberater der etwas anderen Art. Die Liste seiner Aktivitäten ist lang. Sein wohl bekanntestes Projekt ist die „Siemens Academy of Life“, die Schulak gemeinsam mit anderen ins Leben gerufen hat und dessen „Department für Philosophie“ er bis heute leitet. Der praktische Philosoph, der „nie dachte, von der Philosophie leben zu müssen“, tut das heute gern und erfolgreich. Und seine Eltern sind auch erleichtert.