Seher, Hofnarr, Versuchskaninchen

Kulturphilosophische Betrachtungen zum
Phänomen der Behinderung

 

Copyright: Eugen-Maria Schulak
Veröffentlicht in der Zeitschrift für Philosophie (1/2000, in Druck)
Veröffentlicht in der Wiener Zeitung vom 11. Juni 1999 (Kurzfassung)

 

Der Umstand, daß dem Menschen körperliche und geistige Grenzen gesetzt sind, ist stets ein Grund, in Melancholie zu geraten. Doch wahrlich bitter ist, daß jenen, die vom Schicksal zweifellos begünstigt sind, die Einsicht in das Wunder ihrer Unversehrtheit fehlt. So bauschen sich selbst kleine Mängel zu gewaltigen Komplexen auf. Doch dessen werden die Begünstigten sich selten nur bewußt. Denn gemessen wird niemals mit ein und demselben Maß.

Zuweilen scheint es, als ob Behinderung ein stärkeres Tabu bedeuten würde als der Tod. Dem Tod begegnet man mit altbewährten Ritualen wie dem Begräbnis u. dem Leichenschmaus. Im Umgang mit Behinderten gibt es hingegen nichts, was uns den Zugang leichter macht. Die Peinlichkeit und die Verkrampfung, speziell bei jenen, die den Umgang niemals lernen konnten, sind enorm. Daß einen schwere und schwerste Behinderung in der Begegnung nicht verwirren, verlangt wohl ein hohes Maß an menschlicher Reife oder eine lange Zeit der Gewöhnung. Freundschaft oder gar Liebe zwischen Unversehrten und Behinderten werden immer etwas Seltenes und Besonderes sein.

Im philosophischen wie im politischen Diskurs gilt es zwei prinzipielle Denkstile zu unterscheiden, welche die Art und Weise, wie mit Schwächen umzugehen ist, klar festlegen: das elitäre und das egalitäre Denken. Das elitäre Denken gewinnt den Wertmaßstab an Hand der leistungsfähigsten und begabtesten Individuen und schreibt dem Rest bloß eine untergeordnete Funktion zu. Das egalitäre Denken bezieht den Wertmaßstab aus den Bedürfnissen des Durchschnitts bzw. der Unterprivilegierten und teilt den besser Weggekommenen die Rolle der Ernährer und Beschützer zu.

 

Behinderungen in der Tierwelt

Blickt man zunächst auf die Tierwelt, so scheint festzustehen, daß soziale Tiere normgerechtes Verhalten erwarten. Bei abweichendem Verhalten kommt es meist zu Ausstoßreaktionen, bei körperlichem Gebrechen oder auch nur geringfügig andersartigem Aussehen ebenso (Anm.1). Ein Hahn etwa, dem der Kamm abgeschnitten wird, vermag sich gegenüber seinen Hennen nicht mehr durchzusetzen: Er wird angegriffen und vertrieben. Farbabweichende Jungtiere bei Kaiserpinguinen werden zwar von ihren Eltern aufgezogen, von den anderen Jungtieren jedoch angegriffen und getötet oder zumindest aus der Gruppe ausgeschlossen. Es wurde sogar einmal beobachtet, daß ein Kolkrabe, der in eine Dose mit weißer Ölfarbe gefallen war und dessen Schnabel sich weiß gefärbt hatte, von den anderen Raben attackiert und zu Tode gehackt wurde. Auch an Kinderlähmung erkrankte Schimpansen werden konsequent von ihren Gruppenmitgliedern isoliert. Und der mongoloide Orang-Utan, den man über viele Jahre hindurch im österreichischen Tiergarten Schönbrunn hielt, wurde von seinen Artgenossen derart unterdrückt, daß er letztlich auf Dauer von den anderen separiert werden mußte (Anm.2).

Manchmal reagieren Tiere auf Abweichungen aber auch mit altruistischem Verhalten. So konnte bei Gorillas mehrmals beobachtet werden, wie das ranghöchste Männchen einer Gruppe versuchte, ein verletztes Mitglied in Sicherheit zu bringen. Auch bei Delphinen wurde festgestellt, daß sie hilflose und verletzte Artgenossen an die Oberfläche bringen und derart unterstützen, daß diese ihren Kopf über Wasser halten können. - Was man von Tieren zu erwarten hat, ist demnach ungewiß. Fest steht jedenfalls, daß im Salzburger Tiergarten die freifliegenden Gänsegeier vorwiegend über behinderten und alten Menschen kreisen (Anm.3). Fest steht aber auch, daß solche Verhaltensweisen bei uns Menschen keineswegs derart zwingenden Charakter haben wie im Tierreich.

 

Krankenpflege in prähistorischer Zeit

So deuten prähistorische Quellen darauf hin, daß man im Neolithicum behinderte Menschen akzeptierte. In Seeburg beispielsweise wurde der Schädel eines 5 bis 6-jährigen Kindes gefunden, das eindeutig an einem Wasserkopf gelitten hatte. Auch in Yorkshire wurde ein Schädel dieser Art ausgegraben. Bemerkenswert ist, daß beide Kinder offenbar nicht ausgesetzt, vernachlässigt oder getötet, sondern vielmehr versorgt und schließlich auch beerdigt worden waren (Anm.4). In Südmähren entdeckte man das aufwendig geschmückte Grab einer mehrfach schwerst körperbehinderten Frau, die ein Alter von etwa 20 Jahren erreicht hatte, eine damals nur knapp unterdurchschnittlichen Lebenserwartung. Nordöstlich von Moskau befindet sich ein nahezu gleichartiges Grab (Anm.5). In einer Höhle im Irak schließlich fand man das stark deformierte Skelett eines etwa 40-jährigen Neandertalers, der auf Grund seiner Behinderungen wohl niemals in der Lage gewesen sein dürfte, aktiv zur Sicherung seines Lebensunterhaltes beizutragen. Zusätzlich hatte dieser Mann noch einen schweren Unfall erlitten, bei dem er sich komplizierte Knochenbrüche zugezogen hatte. Trotzdem war es ihm möglich gewesen, nicht nur alle Verletzungen vollständig auszuheilen, sondern auch noch viele Jahre weiterzuleben. Das ist nur dann denkbar, wenn man annimmt, daß er durch die Angehörigen seiner Gruppe mitversorgt wurde. Generell scheint die Fürsorge für Kranke und Behinderte bei den Neandertalern keine Ausnahme gewesen zu sein. Denn gut verheilte schwere Verletzungen mit fehlenden oder geringen Anzeichen einer Wundinfektion - was auf ausgezeichnete Krankenpflege hinweist - finden sich noch an einer Reihe weiterer Neandertalerskelette (Anm.6).

 

Behinderung und erste Stadtkultur

Aus Mesopotamien, der Geburtsstätte der Stadtkultur, ist von den Sumerern ein Schöpfungsmythos überliefert, in dem auch von Menschen mit Behinderungen erzählt wird. Demnach gaben die Götter, nachdem sie die Menschen geschaffen hatten, ein Fest, auf welchem zwei der Götter, Enki und Ninmah, auf Grund des Weines übermütig wurden. Im Vollrausch griff Ninmah in den Lehm und formte Menschentypen, die allesamt Gebrechen hatten. Enki tat es Ninmah gleich, und auch ihm mißlang die Schöpfung. Später bereute Enki seine Tat und hielt Ninmah dazu an, diese Geschöpfe zeitlebens mit Brot zu versorgen, da sie ihr Schicksal ja nicht selbst verursacht hätten (Anm.7). Bei den Sumerern war die Verpflichtung, Behinderten zu helfen, demnach fest verankert. Und tatsächlich läßt sich aus den überlieferten Texten entnehmen, daß staatliche Stellen und Tempel stets versuchten, Taube und Blinde zu beschäftigen (Anm.8). Andererseits aber wurden Kriegsgefangene damals zu Tausenden geblendet. Und die Strafen bei Gesetzesübertretungen waren derart hart, daß viele Menschen durch die Justiz grausam verstümmelt wurden. Höchstwahrscheinlich wurden auf diese Weise mehr Behinderte "erzeugt", als von Natur aus vorhanden waren.

Auch in Ägypten war der Respekt vor Behinderten zentral verankert. Das 25. Kapitel der Weisheitslehre des Amenemope verbietet ausdrücklich, den vom Schicksal Gezeichneten das Leben zu erschweren, sie zu verprügeln oder zu verspotten. Von konkreter Hilfeleistung ist jedoch nicht die Rede (Anm.9). Überliefert ist, daß man Menschen mit leichten Behinderungen zumindestens gestattete, sich in gängigen Berufen ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, wohingegen Schwer- und Schwerstbehinderte, sofern sie nicht in den Familien bleiben konnten, als Bettler leben mußten (Anm.10). Ganz anders war die Rolle der Kleinwüchsigen. Sie waren in der vornehmen Gesellschaft derart beliebt, daß sie in hohe Positionen aufsteigen konnten, so etwa Seneb, dessen Grab sich nahe der Cheops-Pyramide befindet. Er war Leiter der königlichen Leinen- und Kleiderzwerge, Vorsteher der Weberei, hatte eine eigene Sänfte und war sogar mit einer Dame aus dem königlichen Geschlecht verehelicht (Anm.11). Zwischen der Kunst der Leinenweberei und der Kleinwüchsigkeit bestand in der ägyptischen Mythologie von alters her ein tiefer Zusammenhang. Ebenso gab es Kleinwüchsige, deren Aufgabe in der tagtäglichen Erheiterung ihrer Dienstgeber bestand, die also die Funktion des Hofnarren erfüllten. Aus der Art und Weise ihrer Bestattung läßt sich deutlich ablesen, daß sie einen relativ hohen Rang innehatten. Nicht selten auch arbeiteten Kleinwüchsige in der Schmuckproduktion oder als Tierwärter. Die Nachfrage nach ihnen war derart groß, daß nach Senebs Tod der Gouverneur von Oberägypten eigens eine Expedition ins Land der Pygmäen ausrüsten ließ. Mit dem altägyptischen Sittengesetz ließ sich eine derartige Praxis jedoch nicht mehr vereinen (Anm.12.).

 

Kindesaussetzung im antiken Griechenland

Die Kultur der klassischen Antike dagegen war von einer aristokratischen Elite geprägt, die Armut, Sklaverei und Elend für unveränderlich hielt. Schwache und Mißgebildete widersprachen dem Ideal von Schönheit und Stärke und dem Ideal der Tüchtigkeit und wurden deshalb nicht geduldet. Selbst innerhalb der Götterwelt wurde Behinderten das Lebensrecht versagt. Als die Götterfürstin Hera Hephaistos gebar und sah, daß er fußlahm war, schämte sie sich und warf ihn ins Meer. Die Meeresgöttin Thetis jedoch erbarmte sich des Knaben, zog ihn auf und ließ ihn ausbilden. Nur einem Akt der Gnade war es demnach zu verdanken, daß Hephaistos am Leben blieb und zum Feuer- und Schmiedegott aufsteigen konnte. So schreibt Homer in seiner Ilias (Anm.13). Die zweite homerische Szene um den behinderten Hephaistos findet sich im 8. Buch der Odyssee (Anm.14). Nachdem der Hinkende erfahren hatte, daß seine Gattin, die Liebesgöttin Aphrodite, mit dem Kriegsgott Ares ein Verhältnis habe, ertappte Hephaistos die beiden in flagranti, rief die übrigen Olympier als Zeugen an und beklagte sein Schicksal. Die Götter hingegen lachen ihn bloß aus. Allein Poseidon bietet finanzielle Entschädigung an.

Körperbehinderte, schwächliche und blind geborene Kinder unmittelbar nach ihrer Geburt auszusetzen, war in den meisten Teilen Griechenlands selbstverständlich. In Sparta war das Aussetzen Neugeborener sogar durch die Gemeinde gesetzlich geregelt. Die Aussetzung war fast immer mit dem Tod verbunden, denn man trug die Kinder ins Gebirge, legte sie im Winter in nasse Tontöpfe oder warf sie gleich in eigens dafür vorgesehene Schluchten (Anm.15). Sowohl Platon (Anm.16) als auch Aristoteles (Anm.17) rechtfertigten diese Sitte vor allem mit dem Argument der Volksgesundheit. Jene, die erst im Laufe ihres Lebens zu Behinderten wurden, arbeiteten in Bergwerken, in Steinbrüchen oder als Bettler in den Städten (Anm.18), eine Schulbildung war für sie nicht vorgesehen (Anm.19). Besonders barbarisch aber war der Kult des Sühne- oder Sündenbocks, der bei bestimmten Festen unter Prügeln vertrieben oder gesteinigt wurde. Als Sündenböcke nahm man häßliche, lahme, verkrüppelte oder auch an Epilepsie erkrankte Menschen. Offenbar hatte man die Vorstellung, das Unglück durch die rituelle Opferung eines vom Unglück Befallenen für gewisse Zeit vertreiben zu können (Anm.20).

 

Blinde Seher

Aber auch Ansätze karitativen Denkens gab es im alten Griechenland. Seit der Mitte des sechsten Jahrhunderts wurde in der Stadt Athen den in den Kriegen invalide gewordenen Bürgern eine Rente ausbezahlt, die dann später, unter demokratischer Verfassung, allen Invaliden gewährt wurde (Anm.21). Eine Sonderstellung in der griechischen Gesellschaft der Antike hatten die Blinden. Da man Blindheit als göttliche Strafe verstand und für das schwerste aller Gebrechen hielt, glaubte man, daß sie von den Göttern durch besondere Gaben ausgeglichen würde, durch Seherkraft etwa wie bei Teiresias und Phineus oder durch lyrisches Talent wie bei Demodokus und Homer. Blinden, so glaubte man, sei es möglich, mit den Göttern in Verbindung zu treten und die Zukunft vorauszusagen, da sie durch äußere Eindrücke nicht abgelenkt würden und sich mehr auf das innere Erleben konzentrieren könnten. Das Urbild aller blinden Seher, der greise Teiresias, der bei Homer und Sophokles eine zentrale Rolle spielt, hat höchstwahrscheinlich nie gelebt. Trotzdem hatte sein hohes Ansehen zur Folge, daß die Verspottung Blinder gesetzlich bestraft wurde (Anm.22).

 

Dekadenz

Rom zur Kaiserzeit war wohl der Höhepunkt antiker Dekadenz. Viele Reiche hielten sich Verwachsene und Zwerge zur persönlichen Belustigung. Sie schenkten sie wie Ringe oder Hunde ihren Freunden und Bekannten. Als "Spielereien der Natur" wurden Behinderte oft nackt bei Festmählern zur Schau gestellt oder zum Zirkus in den Kampf geschickt (Anm.23). So kam es, daß findige Händler einen speziellen Markt eröffneten, das sogenannte forum morionum, wohin Behinderte aus aller Welt verschleppt und wo sie teuer verkauft wurden. Auch kam es häufig vor, daß arme und brutale Eltern ihre Kinder künstlich verstümmelten, um ihnen als bettelnde Krüppel eine Zukunft zu sichern (Anm.24).

 

Schuld

Im Osten bringt die jüdische Kultur des Alten Testaments seit alters her Behinderung mit Schuld und Sünde in Zusammenhang. Die Strafe Gottes, die der Sünde auf den Fuß folgt, wird als Bewährung und als Prüfung aufgefaßt, auch wenn der Mensch das auferlegte Leid als unbegründet und als sinnlos ansieht. Bereits die Genesis erklärt uns Tod und Schmerz als Folge eines Sündenfalls. Demnach waren Behinderte vom kulturellen Leben ausgeschlossen. Der Gang vor den Altar blieb ihnen ebenso verwehrt wie die Unterweisung in den Regeln der Thora (Anm.25).

 

Christliche Mitleidsethik

Die christliche Kultur des Neuen Testaments hingegen bietet mit dem Leidensweg des Jesus von Nazareth für Schwache, Geknechtete und Ausgestoßene erstmals die Möglichkeit der Identifizierung. Zum ersten Mal in der Geschichte werden Behinderte in das Weltbild einer Religion eingebunden, ja in den Mittelpunkt gestellt. Den Gequälten soll die Frohe Botschaft gebracht werden (Anm.26): Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören (Anm.27), gesetzt den Fall, der Glaube ist nur stark genug. Jesus ruft die zu sich, die mühselig und beladen sind, und wendet sich denen zu, die schuldlos leiden. "Was ihr getan habt einem von meinen geringsten Brüdern", sagt er, "das habt ihr mir getan" (Anm.28). Der noch im Alten Testament betonte Zusammenhang zwischen Behinderung und Sünde wird nun bestritten (Anm.29). Wenn schon das Leiden Schicksal ist, dann habe es einen Sinn, der in der positiven Auserwähltheit liegt. Jesus habe stellvertretend alles Leid auf sich genommen, und sein Martyrium sei dazu dagewesen, die Sündenlast der Welt zu tilgen. Persönliches Leid wird damit zum Gleichnis für die Leiden Christi, ja zum Vehikel seiner Gnade. Dadurch wird den Behinderten aber auch jede Möglichkeit der Klage genommen. Wer in besonderer Weise durch sein Leiden von Gott ausgezeichnet, wer das Gefäß seiner Gnade ist, darf sich gegen diese Auszeichnung nicht auflehnen. Er muß dankbar sein und seine Last geduldig tragen.

Als gegen Ende des vierten Jahrhunderts das Christentum den Stand einer Staatsreligion erreichte, konnte sich der Caritasgedanke mehr und mehr durchsetzen. Die Kindesweglegung wurde offiziell verboten und eine Vielzahl an Armenasylen und Armenpflegehäusern gegründet. All die bettelnden Krüppel, die Lahmen, die Blinden und Schwachsinnigen schlugen vor den Bethäusern und Kirchen ihre Lager auf, auch Klöster und Eremitagen nahmen sich der Ärmsten unter den Armen an: Erstmals gab es Hoffnung. Augustinus, Bischof und Philosoph, befand, daß mißgebildete Menschen keinen Schöpfungsfehler Gottes darstellten, sondern daß Gott sie dergestalt habe schaffen wollen und daß es den Menschen nicht anstünde, über die Werke Gottes zu urteilen (Anm.30). Bald wurden die ersten Spitäler gegründet, in denen neben Kranken auch Behinderte Zuflucht fanden. Spezielle Pflegeanstalten gab es im frühen Mittelalter jedoch nur bei den Arabern. Das erste Institut für Geisteskranke wurde um 800 in Damaskus eröffnet (Anm.31).

 

Hexenverbrenner

Die Dominanz des Christentums konnte die Ächtung und Verfolgung von Behinderten dennoch nicht verhindern. Zwar lehrte Thomas von Aquin, daß Geisteskranke von den Altarsakramenten nicht zurückgewiesen werden dürften (Anm.32), doch blieb dies vielfach Theorie. Freilich wurden Behinderte in Klöstern manchmal liebevoll gepflegt, doch die Realität des Alltags außerhalb derartiger Institutionen sah anders aus. So wurde die Tötung mißgebildeter Kinder stillschweigend geduldet, manchmal auf Gemeindebeschluß hin sogar offiziell genehmigt (Anm.33). Erwachsene Behinderte mußten in der Regel als Bettler leben. Beobachtungen über das Leben körperlich und geistig fehlgebildeter Menschen finden sich bezeichnenderweise nicht in den Schriften der Ärzte, sondern in den Protokollen der Exorzisten und Hexenverbrenner (Anm.34).

Als 1486 der sogenannte "Hexenhammer" der Dominikanermönche Krämer und Sprenger erschien, steuerten Aberglaube und Barbarei ihrem Höhepunkt entgegen. Die Wirkung dieses Buches, das zum Handbuch der Inquisition avancierte, war verheerend. Unheilbare Krankheiten und Anomalien aller Art wurden als Teufelswerk bezeichnet, was mit der Folter in der Praxis auch "bewiesen" wurde. 1494 wurden allein in Osnabrück 160 geistig Behinderte als Hexen und Schwärmer auf dem Scheiterhaufen verbrannt (Anm.35). Selbst Martin Luther bezeichnete in seinen Tischreden mißgebildete Kinder als "Wechselbälge", als vom Teufel ausgewechselte, der Mutter unterschobene Dämonen, die als "massa carnis", als eine Masse seelenlosen Fleisches in einer Mulde zu ersäufen seien (Anm.36).

 

Humanismus

Die Renaissance war in Bezug auf den Umgang mit Behinderten in sich widersprüchlich. Einerseits nahm die Hexenverfolgung ein Ausmaß an, wie es im Mittelalter niemals der Fall gewesen war. Diese Form der Barbarei befand sich auf dem Höhepunkt. Geburten von Kindern mit angeborenen Fehlbildungen wurden als böse Vorzeichen gedeutet, und vor den Kirchen wurde eine Unzahl von gedruckten Flugblättern verkauft, in denen Mißgeburten, angebliche Ungeheuer und Himmelserscheinungen mit den sozialen, politischen und religiösen Streitfragen der Zeit in Verbindung gebracht wurden (Anm.37). Andererseits aber regte sich auch erster Protest. Humanistisch gesinnte Gelehrte begannen die Meinungen der Kirche zu bezweifeln und verhalfen nach und nach der Rationalität zum Durchbruch. Der Buchhändler Peter Jordan etwa veröffentlichte ein Lehrbuch, mit dem er minderbegabte Kinder das Lesen und Schreiben lehren wollte (Anm.38), und der Philosoph Pico della Mirandola behauptete, daß die Geburt fehlgebildeter Menschen ausschließlich natürliche Ursachen habe (Anm.39). Der philosophische Schriftsteller Michel de Montaigne schließlich wies darauf hin, daß der Behinderte erst durch die Außenseiterrolle zu einem Monster werde, er von Natur aus aber keineswegs ein solches sei (Anm.40). Vor allem aber verhalfen die Mediziner der Vernunft zum Durchbruch. Der Arzt Johannes Weyrer erkannte Hexen und Besessene als Geisteskranke und verlangte, daß sie vom Arzt und nicht vom Priester zu behandeln seien. Und der berühmte Paracelsus schrieb zwar selbst ein Buch über die Hexen, sagte jedoch mit aller Deutlichkeit, daß, was immer die Geistlichkeit auch denken möge, Geisteskrankheiten nicht durch Geister verursacht würden, sondern natürliche Krankheiten seien (Anm.41).

 

Hofzwerge

Allem Humanismus zum Trotz lebte in der Renaissance und im Barock die alte Mode wieder auf, daß Könige sich fehlgebildete Menschen als Hofnarren und zum Amüsement der Hofgesellschaft hielten. Katharina von Medici etwa besaß allein neun Hofzwerge, die sie durch organisierte Zwergenhochzeiten noch zu vermehren suchte. Die spanischen Hofannalen des 17. Jahrhunderts berichten, daß Zwerge zusammen mit Farbigen und Narren als Amüsierobjekte dienen mußten – Velázquez malte sie eindrucksvoll in seinen Bildern. Und am Hof des englischen Königs Charles I. wurde ein Zwerg namens Jeffrey Hudson in einer kalten Pastete versteckt, die dann der Königin als Überraschungsgeschenk präsentiert wurde (Anm.42).

 

Bettlergefängnisse

Selbst im Barock noch forderte der Hexenglaube zahlreiche Todesopfer, in Deutschland gar bis ins 18. Jahrhundert hinein. Zugleich verlor er aber allgemein an Bedeutung. In Frankreich wurde die Todesstrafe für vermeintliche Hexen 1680 abgeschafft. Doch je weniger man Behinderungen und Krankheiten als Teufelswerk ansah, desto mehr wurden Behinderte und Kranke als Asoziale und als eine Belastung für den Staat angesehen. In der Mitte des 17. Jahrhunderts beschlossen die absolutistischen Regierungen, die soziale Krise dadurch zu beseitigen, daß sie die ärmsten ihrer Untertanen einfach einsperrten. In diese Bettlergefängnisse, die es in Frankreich, Deutschland und England in großer Zahl gab, sperrte man nicht nur Obdachlose, die man auf den Straßen fand, sondern auch Krüppel, verlassene Alte, Waisenkinder, Prostituierte, Homosexuelle, Geschlechtskranke, Ungläubige, Strafgefangene und schließlich auch Geisteskranke. Während die Unterbringung von Behinderten in Gefängnissen bis dahin nur gelegentlich erfolgt war, wurde sie nun zur Regel. Geisteskranke hielt man in Ketten, und Ärzte wagten sich so gut wie niemals in jene Häuser, in denen das Elend unvorstellbar gewesen sein muß (Anm.43). - Etwa zur gleichen Zeit veröffentlichte Johann Amos Comenius seine "Didactica magna", in der er die Forderung erhob, alle Kinder, selbst die Behinderten, zu unterrichten (Anm.44).

 

Aufklärung

Das Zeitalter der Aufklärung brachte nun erstmals ein breites Interesse für soziale Fragen mit sich. Der Fortschritt der Wissenschaften, der Techniken, der Künste und der politischen Freiheiten sollte die Menschheit von Unwissenheit, Armut, Kulturlosigkeit und Despotismus befreien und nicht nur glückliche Menschen schaffen, sondern auch – dank des Schulwesens – aufgeklärte Bürger, die ihr Schicksal meistern (Anm.45). In bezug auf die Bildbarkeit des Menschen herrschte grenzenloser Optimismus. Jean-Jacques Rousseau entwarf als erster die Konturen einer modernen Pädagogik, und Johann Heinrich Pestalozzi setzte sich nicht nur für die Erziehung verwahrloster, sondern auch für jene behinderter Kinder ein. Keine körperliche Schwäche, kein "Blödsinn" allein sind Ursache genug, so Pestalozzi, Kinder unter Beraubung ihrer Freiheit in Spitälern und Gefängnissen verkümmern zu lassen. In eigens zu gründenden Erziehungsanstalten gelte es, sie adäquat zu pflegen und optimal zu fördern (Anm.46). Noch im 18. Jahrhundert wurden in Paris je eine Schule für Gehörlose und für Blinde errichtet sowie ein Institut für Geisteskranke, das humanistischen Ideen gegenüber aufgeschlossen war (Anm.47). Der Arzt Jean-André Venel leistete Pionierarbeit in der Entwicklung orthopädischer Geräte für körperbehinderte Kinder (Anm.48). Und in ganz Europa begann man, eine große Zahl an Irrenanstalten zu gründen, welche als die erste Stufe der Entwicklung der modernen Psychiatrie anzusehen sind.

Als Joseph II. in Wien das Allgemeine Krankenhaus errichten ließ - 1784 das modernste Krankenhaus Europas -, war auch ein Institut für Geisteskranke, ein sogenannter "Narrenturm", mit vorgesehen. Daß dort die Tobenden in Ketten gelegt waren, die man sogar am Hals der Patienten anbrachte, war wohl ein Zeichen allgemeiner Hilflosigkeit (Anm.49). In den Irrenanstalten Europas waren die Zustände jedoch generell skandalös. Ärzteberichten zufolge lagen die Insassen oft nackt oder in Lumpen auf feuchtem, schmutzigem Stroh, sie waren befallen von Ungeziefer und übersät mit offenen Geschwüren (Anm.50). Die Behandlungsmethoden beschränkten sich bis weit ins 19. Jahrhundert hinein fast ausschließlich auf Schocktherapien. Mit einer Vielfalt von Apparaten und technischen Hilfsmitteln – eine Folge der beginnenden Industrialisierung - versuchte man, Heilungsprozesse gewaltsam in Gang zu setzen. Die Palette der Behandlungsmethoden reichte von mechanischen Zwangsmitteln wie Zwangsjacken, Zwangsstühlen und Zwangsstehvorrichtungen bis zu komplizierten Apparaturen wie Drehbetten, Tropf- und Spritzvorrichtungen, speziellen Tauchkörben und Flaschenzügen zum Aufhängen und Schaukeln. Erschreckt wurde mit Hunden, Kanonenschüssen und kalten Wassergüssen, darüber hinaus wurden Blutegel, Krätzemilben, Brennesseln, Brech- und Niesmittel sowie Verdunkelungen, starkes Kitzeln, Schlafentzug, Elektrizität und chemische Mittel aller Art eingesetzt (Anm.51). Die Lust am Experimentieren war grenzenlos. Das tröstende Gespräch, gutes Zureden und einfühlsames Zuhören hatten bloß untergeordnete Bedeutung. Offizielle Lehrstühle für Psychiatrie wurden erst in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts errichtet (Anm.52).

 

"Freak-Shows"

Das vorige Jahrhundert brachte für behinderte Menschen kaum nennenswerte Verbesserungen. Im Gegenteil: Der Zeitgeist der Romantik stachelte die Vorliebe für Seltsames und Schauerliches derart an, daß die Zurschaustellung Behinderter in Zirkuszelten großen Anklang fand. In sogenannten "Freak-Shows" wurden Menschen mit seltenen Fehlbildungen dem Publikum zur Ansicht freigegeben. Und das Publikum kam in Massen. Man sah Meerjungfrauen, Löwen- und Schlangenmenschen, Riesen, Zwerge, Spitz-,Turm- und Wasserköpfe, Siamesische Zwillinge, extrem fettleibige sowie vollkommen behaarte Menschen. Besonderes Aufsehen erregte der Engländer John Merrick, der als "Elefantenmensch" zur Schau gestellt wurde. Merricks Deformation überschreite die Grenzen des Zumutbaren, befand die Polizei und schloß die Ausstellung schloß. Mit Hilfe von Spendengeldern konnte für Merricks Unterhalt gesorgt werden. Die öffentliche Schaustellung von Menschen mit angeborenen Fehlbildungen wurde erstmals in der Sowjetunion generell verboten (Anm.53).

 

Rassenlehre und "lebensunwertes Leben"

Eine Entwicklung im Bereich der Wissenschaft des 19. Jahrhunderts jedoch sollte Behinderte zunehmend in Lebensgefahr bringen. Als Charles Darwin 1859 sein Buch "Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder Die Erhaltung der begünstigten Rasse im Kampf ums Dasein" veröffentlichte, löste er unter anderem auch Diskussionen aus, in denen den Behinderten das Lebensrecht nach und nach aberkannt wurde. Die Übertragung der biologischen Selektionstheorie auf die gesellschaftlichen Verhältnisse hat Darwin selbst formuliert. Demnach sei der Bau von Zufluchtsstätten für Schwachsinnige und Erbkrüppel für die Rasse des Menschen in höchstem Maße schädlich (Anm.54). Nur wenig später gründete der Psychologe Sir Francis Galton in London das erste Institut für Eugenik. 1904 entstand in Deutschland die Gesellschaft für Rassenhygiene, und 1911 wurde in Dresden die erste eugenische Beratungsstelle eröffnet, deren Hauptaufgabe darin bestand, die Sterilisation der unteren sozialen Schichten politisch vorzubereiten (Anm.55). Als 1920 das Buch "Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens. Ihr Maß und ihre Form" erschien, war noch zusätzlich von Euthanasie die Rede (Anm.56). Was die Deutlichkeit der Diskussion betrifft, sanken die Hemmschwellen mehr und mehr.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde 1933 das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" verabschiedet, auf dessen Grundlage bis 1939 in etwa 350.000 als "erbkrank" eingestufte Menschen zwangssterilisiert wurden (Anm.57). Ungefähr 400 Frauen und 70 Männer starben infolge des Eingriffs (Anm.58). Die Euthanasie-Aktion begann 1939. Im Unterschied zur Zwangssterilisierung fehlte ihr die gesetzliche Grundlage. Unter dem Titel "Aktion Gnadentod" wurden etwa 70.000 Schwer- und Schwerstbehinderte getötet. Auf Grund von Widerständen, auch aus den Reihen der Kirche, mußte Hitler 1941 die Aktion wieder einstellen. Trotzdem gab es genügend Möglichkeiten, die Tötungen systematisch fortzusetzen, sowohl in den Gaskammern der Konzentrationslager als auch in den Anstalten für geistig Behinderte selbst, in denen man die Patienten einfach verhungern ließ (Anm.59).

 

Moderne Psychiatrie

Als 1953 der Engländer Francis Crick und der Amerikaner James Watson die DNA entdeckten, fanden sie den Schlüssel zur Entzifferung des genetischen Codes. Heute ist die Gentechnologie eine der am schnellsten expandierenden Wissenschaften - und auch eine der umstrittensten. Die Hoffnungen der Gentechniker auf der einen Seite und die Befürchtungen der Moralisten auf der anderen werden zur Zeit heftig diskutiert, in einer Öffentlichkeit, die dazu angehalten ist, in eine laufende Entwicklung demokratisch und regulierend einzugreifen. Tatsache ist jedenfalls, daß eine ungebremste Forschung permanent zu Resultaten kommt, die als Fakten nicht mehr revidierbar sind, sodaß dann jegliche Moral dazu verurteilt ist, der technischen Entwicklung hinterherzuhinken. Tatsache ist aber auch, daß eine Diktatur der Moralisten sowohl die Hoffnungen der Techniker zunichte machen könnte, als auch an und für sich eine höchst beunruhigende Vorstellung ist. Ob diese technologische Entwicklung der Sache der Behinderten zum Vorteil oder zum Nachteil gereichen wird, läßt sich zur Zeit kaum beurteilen.

Gleichfalls in den 50er Jahren aber begann mit der Entwicklung von Antipsychotika, Antidepressiva und Tranquilizern in den USA ein neues Zeitalter der Psychiatrie. Denn bei aller Problematik steht außer Zweifel, daß der Fortschritt der letzten Jahrzehnte erst durch den Einsatz der Psychopharmaka möglich geworden ist. In den hochentwickelten Ländern konnte die Anzahl stationärer Psychiatriepatienten etwa auf die Hälfte reduziert werden. Die schädlichen Nebenwirkungen dieser hochwirksamen Drogen werden laufend reduziert (Anm.60).

 

Bildungsrecht

Was die Förderung Behinderter betrifft, ist gegenüber früheren Zeiten heute ein erfreulicher Fortschritt zu verzeichnen. Das Bildungsrecht, zumindest in den hochentwickelten Ländern, ist anerkannt und teilweise erfolgreich institutionalisiert worden. Die Tatsache, dass Franklin Roosevelt als Rollstuhlfahrer 1932 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, hat jener Entwicklung sicherlich entscheidende Impulse gegeben. 1994 ernannte Bill Clinton die Rollstuhlfahrerin Judith Heumann zur stellvertretenden Ministerin für Bildung und Tony Blair berief nach seinem Wahlsieg den von Geburt an blinden Abgeordneten David Blunkett zum Bildungsminister. Dies ist Ausdruck einer zunehmenden Bereitschaft, Behinderte in den Sozialverband einzugliedern. Die Förderung ist auf dem Weg zur Integration.


 

Anmerkungen


1.   Dagmar Schratter, Die Reaktionen auf abweichendes Verhalten und abweichendes Aussehen im subhumanen Bereich, in: Max Liedtke (Hrsg.), Behinderung als pädagogische und politische Herausforderung, Bad Heilbrunn 1996, 42.
2.   a.a.O. 38-40.
3.   a.a.O. 37.
4.   Andreas D. Fröhlich, Desintegration Behinderter als sozialpsychologisches Phänomen, in: Andreas D. Fröhlich (Hrsg.), Lernmöglichkeiten: Ansätze zu einer pädagogischen Förderung schwerst mehrfachbehinderter Kinder, Heidelberg 1981, 149.
5.   Ludwig Reisch, Zum Umgang mit Behinderten in urgeschichtlicher Zeit, in, Max Liedtke (Hrsg.), Behinderung als pädagogische und politische Herausforderung, Bad Heilbrunn 1996, 54 f..
6.   a.a.O. 55 ff..
7.   Klaus-Dietrich Grosse, Menschen mit Behinderungen in Mythen und Legenden der Sumerer. Ein Beitrag zur Fachgeschichte, in: VHN 62 (1993) 1, 2 f..
8.   Hartmut Waetzoldt, Der Umgang mit Behinderten in Mesopotamien, in: Max Liedtke (Hrsg.), Behinderung als pädagogische und politische Herausforderung, Bad Heilbrunn 1996, 87.
9.   Hans-Werner Fischer-Elfert, "Lache nicht über einen Blinden und verspotte nicht einen Zwerg!", Über den Umgang mit Behinderten im Alten Ägypten, in: Max Liedtke (Hrsg.), Behinderung als pädagogische und politische Herausforderung, Bad Heilbrunn 1996, 93.
10. a.a.O. 95 f. und 106.
11. a.a.O. 97.
12. a.a.O. 99 ff..
13. Homer, Ilias 18,394 ff..
14. Homer, Odyssee 8, 307-312.
15. Evelyn Obele und Günther Cloerkes, Die soziale Reaktion auf Sehgeschädigte in verschiedenen Kulturen, in: VHN 54 (1985) 1, 419.
16. Platon, Der Staat V, 460c.
17. Aristoteles, Politik 7/14, 1335b.
18. Evelyn Obele und Günther Cloerkes, a.a.O. 419.
19. Andreas Mehl, Behinderte in der antiken griechischen Gesellschaft, in: Max Liedtke (Hrsg.), Behinderung als pädagogische und politische Herausforderung, Bad Heilbrunn 1996, 126.
20. a.a.O..
21. a.a.O. 125.
22. Evelyn Obele und Günther Cloerkes, a.a.O. 418.
23. Irmgard Nippert, Mythen, Monster, Missing links. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte der angeborenen menschlichen Fehlbildungen, in: MMG 12 (1987), 310.
24. M. Kirmße, Der Schwachsinnige und seine Stellung im Kulturleben der Vergangenheit und Gegenwart, in: Zeitschrift für die Behandlung Schwachsinniger, 42. Jahrgang, Nr.6, Juni 1922, sowie Alfons Rösger, Der Umgang mit Behinderten im römischen Reich, in: Max Liedtke (Hrsg.), Behinderung als pädagogische und politische Herausforderung, Bad Heilbrunn 1996, 147.
25. Hermann Meyer, Geistigbehindertenpädagogik, in: Svetluse Solarova (Hrsg.), Geschichte der Sonderpädagogik, Stuttgart-Berlin-Köln-Mainz 1983, 89.
26. Neues Testament, Lukas, 4,18.
27. Neues Testament, Matthäus, 11,5.
28. Neues Testament, Matthäus, 25,40.
29. Neues Testament, Johannes, 9,1-3.
30. Irmgard Nippert, a.a.O. 311.
31. Erwin H. Ackerknecht, Kurze Geschichte der Psychiatrie, Stuttgart 1985, 17.
32. Ulrich Bleidick, Behinderung als menschliche Bedrohung. Die Geschichte der Bewertung behinderten Lebens in Wissenschaft und Politik, in: VHN 64 (1995) 3, 305.
33. a.a.O..
34. Erwin H. Ackerknecht, a.a.O. 18.
35. Hermann Meyer, a.a.O. 91.
36. Ulrich Bleidick, a.a.O..
37. Irmgard Nippert, a.a.O. 312 f..
38. Hermann Meyer, a.a.O. 93 f..
39. Irmgard Nippert, a.a.O. 313.
40. a.a.O..
41. Erwin H. Ackerknecht, a.a.O. 20-27.
42. Irmgard Nippert, a.a.O. 314.
43. Erwin H. Ackerknecht, a.a.O. 29.
44. Hermann Meyer, a.a.O. 94.
45. Jean-Francois Lyotard, Postmoderne für Kinder. Briefe aus den Jahren 1982-1985, Wien 1987, 106.
46. Frank Selbmann, Über den Zusammenhang zwischen der pädagogischen Aufklärung im 18. Jahrhundert und der Heilpädagogik, in: HP-Forschung 1984, Bd. 3, 351.
47. Ulrich Bleidick, Methodologische Probleme einer Geschichte der Behindertenpädagogik, in: Die Sonderschule Bd. 38 (1993) 1, 3 f..
48. Eduard Seidler, Historische Elemente des Umgangs mit Behinderung, in: U. Koch, G. Lucius-Hoene und R. Stegie (Hrsg.), Handbuch der Rehabilitationspsychologie, Berlin - Heidelberg - New York 1988, 10.
49. Peter Berner, Walter Spiel, Hans Strotzka und Helmut Wyklicky, Zur Geschichte der Psychiatrie in Wien. Eine Bilddokumentation, Wien 1983, 9 f..
50. Siegfried Schröder, Historische Skizzen zur Betreuung schwerst- und mehrfachgeschädigter geistigbehinderter Menschen, in: Nikolaus Hartmann (Hrsg.), Beiträge zur Pädagogik der Schwerstbehinderten, Heidelberg 1983, 27ff..
51. a.a.O. 40.
52. Erwin H. Ackerknecht, a.a.O. 51.
53. Irmgard Nippert, a.a.O. 316.
54. Charles Darwin, Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl. 1. Teil 1861, zitiert nach Ulrich Bleidick, Behinderung als menschliche Bedrohung, a.a.O. 307.
55. Ulrich Bleidick, Behinderung als menschliche Bedrohung, a.a.O. 307.
56. Hermann Meyer, a.a.O. 114.
57. a.a.O. 110.
58. J. Fragner, S. Schröder und K. Schwediauer, Gnadentod für Lebensunwerte, in: Behinderte, September 1982, 27.
59. Hermann Meyer, a.a.O. 114 ff..
60. Erwin H. Ackerknecht, a.a.O. 104f..