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Der Philosoph für Dich und mich

Philosoph als Unternehmer

WOLFGANG TUCEK
Scope 04/99 (Magazin der Österreichischen Hochschülerschaft)

 

Wer bin ich? Was ist der Sinn meines Daseins? Was ist gut und was ist böse? Ist mein Weltbild wirklich das einzige? Die meisten, die genug zu essen und zu trinken haben, und vielleicht auch noch ein Dach über dem Kopf und eine beruflichen Erfolg eventuell sogar, fragen sich mehr oder weniger oft derlei Dinge. Ihnen kann geholfen werden, in der Philosophischen Praxis von Dr. Eugen-Maria Schulak.

In einem hübschen Altbau hat Herr Schulak diese Praxis eingerichtet, mit einer Menge Grün um die Fenster. Wie auch das Foto zeigt, ist er nicht undefinierbar hohen Alters, mit einem ganz langen weißen Bart und ebensolchem Haupthaar, wie uns das Gehirn gerne einen Philosophen zeigt, vor unserm inneren Auge, sondern ein sympathischer, elegant gewandeter junger Mann, der halt einen ganzen Haufen Sachen weiß. Vor kurzer Zeit erst hat er das von dem Deutschen Gerd Achenbach erdachte Modell der Philosophischen Praxis aufgegriffen, das, wie es in der Antike üblich war, die "Normalbürger" des modernen Europas an der wohltuenden Wirkung der Philosophie teilhaben lassen will, und als erster und einziger in Wien verwirklicht.

 

Ausufernde Quellen

Er stellt gleich klar, daß er keineswegs vor hat, seinen Kunden Lehren aufzudrängen, die einem Ethik-Handbuch gleich alle philosophischen Sorgen wegwischen. Vielmehr konnte Eugen-Maria Schulak in seinem Bekanntenkreis einfach ein Bedürfnis nach Philosophie orten, das oft nicht leicht zu befriedigen war.

Erstens gibt es dermaßen ausufernde Quellen, daß es nur unter gröbstem Zeitaufwand möglich ist, die richtigen, idealerweise nicht extrem abstrakt formulierten Inhalte zu finden, und zweitens interessiert vielleicht gerade die Problemstellung, die sich einem gerade stark aufdrängt, einfach keinen, den man kennt. Und hier ist genau der Punkt, an dem man sich an den Philosophen wenden sollte.

 

Seelisch fruchtbringendere Ufer

Das erste Treffen mit Herrn Schulak findet gerne auch im Kaffeehaus statt, wo sowohl der Kunde als auch der Philosoph ausloten, ob sich zwischen ihnen beiden wohl ein zum Anliegen des Ratsuchenden passender philosophischer Diskurs (=Gespräch mit einander widersprechenden Standpunkten) entwickeln könnte. Scheint dies so, beginnt Dr. Schulak zum fraglichen Thema zu recherchieren. Etliche Tage später spricht er dann mit den Interessierten, wobei das Endziel dieser Gespräche sein soll, daß der zum Denken stimulierte Kunde an seiner eigenen Meinung wächst, eventuell festgefahrene Thesen verwirft, um zu seelisch fruchtbringenderen Ufern aufzubrechen, oder zumindest eine gewisse Toleranz gegenüber anderen Meinungen aufkommen läßt, nachdem er erkannt hat, daß diese anderen Meinungen durchaus auch ihre Hintergründe bzw. Berechtigungen haben.

Ein Philosoph ist jemand, sagt Eugen-Maria Schulak, der Gedanken sammelt, ordnet und irgendwann auch produziert, der widersprüchlich denken kann und der im Idealfall eine Diskussion in Schwung bringen bzw. halten kann. Sicher an der falschen Adresse ist man bei ihm, wenn man psychotherapeutische Hilfe sucht. Zu derartigen Therapien ist Dr. Schulak weder befähigt noch ermächtigt, und daher verweist er bei derartigen Ansinnen auch flugs an dafür zuständige Therapeuten.

Gerne möchte ich nun allen, die sich einen Haufen, auch alltagsphilosophische, Gedanken machen, raten, sich an Dr.phil. Eugen-Maria Schulak zu wenden, und zur Hilfe gleich auch noch die Anmeldungshotlinenummer der Philosophischen Praxis bekanntgeben: Tel.: 01 / 402 12 40.