Die Österreichische Schule der Nationalökonomie

Ein kurzer historischer Abriss

 

von Eugen Maria Schulak und Herbert Unterköfler
veröffentlicht in: Lehren aus der Krise - Lernen für die Zukunft, Kongress zur Österreichischen Schule der Nati-onalökonomie,
in: Go Ahead. Das Magazin für visionäre Denker und andere (Nr.0/2009), Wien 2009

Die Österreichische Schule der Nationalökonomie (auch als Wiener Schule der Nationalökonomie bezeichnet) beruht mit den Worten ihres Begründers Carl Menger (1840-1921) auf der grundlegenden Einsicht, „dass die Erscheinungen der Volkswirthschaft nicht das Ergebnis von Gesetzen seien, deren Wirksamkeit sich unabhängig von dem Willen und Strebungen der Menschen geltend machen, dass vielmehr die complicirten Erscheinungen der menschlichen Wirtschaft, welche gemeiniglich als volkswirthschaftliche bezeichnet werden, Gesammtergebnisse, Resultirende, der zahllosen Einzelbestrebungen handelnder (wirthschaftender) Menschen und ihrer organisirten Verbände sind“. Folglich gebe es auch „keine wirthschaftliche Erscheinung, welche in letzter Linie nicht ihren Ausgangspunkt und ihr Maß in dem wirthschaftenden Menschen und seinen ökonomischen Erwägungen fände“. Darin, so Menger, „gründet die große Bedeutung der Wertlehre für die Nationalökonomie, denn der Wert, den Güter für den einzelnen Menschen haben, ist der Ausgangspunkt aller Untersuchung, das Fundament allen theoretischen Verständnisses der Wirthschaftserscheinungen“.

Diese einleitenden Sätze zu einem Artikel in der Wiener Zeitung vom 7. März 1889 enthalten die bündigste Zusammenfassung des Forschungsprogramms der Österreichischen Schule, die wir aus der Feder von Carl Menger kennen. In seinem 18 Jahre zuvor im Wiener Braumüller Verlag veröffentlichten Erstlingswerk Grundsätze der Volkswirthschaftslehre hatte er diese Grundannahmen mit zahlreichen, oft weit ausholenden Begriffsklärungen zur damaligen Güter-, Wert- und Preislehre derart fein versponnen, dass die ersten Rezensenten das Buch gar nicht als bahnbrechend wahrnahmen. In seinem zweiten Werk, den Untersuchungen über die Methode der Socialwissenschaften und der Politischen Ökonomie insbesondere (1883), formulierte er seine Sichtweise bereits konturierter und verband sie mit einer herben Kritik an der vorherrschenden Volkswirtschaftslehre in Deutschland. Menger war inzwischen Professor für Politische Ökonomie an der juridischen Fakultät der Universität Wien geworden, der damals weltweit größten Ausbildungsstätte für Juristen, und bewirkte mit seinen Untersuchungen, dass die seit Jahren schwelende Auseinandersetzung über Grundlagen, Ziele und Grenzen der Volkswirtschaftslehre offen ausbrach und im Methodenstreit kulminierte.

Ein Großteil der deutschen Volkswirtschaftslehrer – überwiegend Hegelianer, zumeist staatsgläubig und vielfach deutsch-hegemonial denkend – begegnete Menger und seiner Methodenlehre teils mit ehrlichem Unverständnis, teils mit unverhohlener Feindseligkeit. Ihre Profession verstanden sie in erster Linie als eine politik- und praxisnahe Kunstlehre. Einer ihrer führenden Exponenten verglich die Volkswirtschaftslehre mit dem Chor in der antiken Tragödie, der das politisch-wirtschaftliche Geschehen zwar laufend kommentiere, selbst aber nicht handelnd in Erscheinung trete. Carl Menger hielt ihnen vor, mit Meinungen bloß politischen Nützlichkeiten zu dienen, anstatt ernsthafte Wissenschaft zu betreiben.

Die heftigen Kontroversen im Zuge des Methodenstreites wirkten auf die Herausbildung der Österreichischen Schule wie ein Ferment. Menger, ein begnadeter Lehrer, hatte in den 1880er Jahren begonnen, begabte junge Wissenschafter als Mitstreiter zu gewinnen; bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1903 wurden es insgesamt 14 Habilitierte. Hervorragend waren vor allem Eugen von Böhm-Bawerk, mit seiner Dogmengeschichte der Zinstheorien, seiner Agiotheorie des Zinses und brillanten Darstellungen zur subjektivistischen Wertlehre; Friedrich von Wieser, mit einer Weiterentwicklung der Wertlehre und mehreren geglückten Begriffsbildungen („Grenznutzen“, „Zurechnungslehre“; „Opportunitätskosten“); Emil Sax mit einer Grundlegung der theoretischen Staatswissenschaft; Robert Zuckerkandl mit einer Theorie des Preises; Viktor Mataja mit einer Monografie zum Unternehmergewinn; Robert Meyer mit Arbeiten zur Steuertheorie oder Eugen von Philippovich mit seinem oftmals aufgelegten Lehrbuch. Die Mitglieder der Gruppe publizierten zudem laufend Beiträge zur Methodologie und setzten sich eingehend mit der Arbeitswerttheorie von Karl Marx auseinander, deren wissenschaftliche Unhaltbarkeit sie nachwiesen.

Dass Mengers Schüler und Mitstreiter in ihren wissenschaftlichen Arbeiten eine erstaunliche Heterogenität aufwiesen, ging in den scharfen Grenzziehungen des Methodenstreites unter. Jedenfalls wurden alle Vertreter der Österreichische Schule auf Jahre hinaus konsequent bei Berufungen an die insgesamt 21 deutschen Universitäten übergangen. Das Wirkungsfeld der Österreichischen Schule blieb vorerst auf die sieben deutschsprachigen Universitäten der Donaumonarchie beschränkt. Nur langsam gelang es diesen Boykott durch einen umso aktiveren Austausch mit dem übrigen europäischen und amerikanischen Ausland zu egalisieren und zusätzlich mit der Gründung der Zeitschrift für Volkswirtschaft, Socialpolitik und Verwaltung eine publizistische Plattform mit internationaler Reichweite zu schaffen.

Der Methodenstreit zerstörte für den wissenschaftlichen Nachwuchs aus Österreich jegliche Chancen auf eine Universitätskarriere in Deutschland. Ein Großteil der Habilitierten, alles brillante Juristen, wechselte infolgedessen in den öffentlichen Dienst oder in staatsnahe Institutionen wie Banken oder Kammern. Paradoxerweise ging so mit der Internationalisierung der Schule eine „Verbeamtung“ ihrer Vertreter einher. Bis zum Zerfall der Habsburgermonarchie besetzten die Habilitierten der älteren Österreichischen Schule nicht nur wichtige Lehrstühle, sondern sie stellten aus ihren Reihen nach und nach auch Spitzenbeamte oder Minister (Eugen von Böhm-Bawerk, Viktor Mataja, Robert Meyer, Friedrich von Wieser, Richard Schüller, Richard Reisch), Kabinettschefs (Gustav Seidler, Rudolf Sighart), Bankdirektoren (Julius Landesberger, Sighart, Reisch) und Abgeordnete sowie einen Reichsratspräsidenten (Emil Sax, Gustav Gross). Diese Symbiose mit (halb)-staatlichen Institutionen war folgenschwer: Mit dem Untergang der Monarchie ging auch die institutionelle Verankerung der Österreichischen Schule verloren und das Netzwerk zerfiel. Schlimmer noch wog freilich, dass sich, bis auf den völlig zurückgezogen lebenden Carl Menger und den jungen Ludwig Mises (1881-1973), die Mitglieder der Schule durch die Mitarbeit im Generalkommissariat für Kriegs- und Übergangswirtschaft, dem österreichischen Experiment einer Zentralplanwirtschaft im Ersten Weltkrieg, intellektuell desavouiert hatten.

Die Voraussetzungen für den Fortbestand der Schule waren nach dem Ersten Weltkrieg somit denkbar ungünstig. Die volkswirtschaftlichen Lehrstühle waren in der Ersten Republik von Anfang an entlang politischer Lagergrenzen besetzt worden und die Repräsentanz der Österreichischen Schule an den Universitäten auf eine einzige Professur in Wien geschrumpft, die sich noch dazu als ungeeignet weisen sollte, wirksame Impulse für eine weitere Entwicklung zu geben. Zugleich war die Zeitschrift für Volkswirtschaft, Socialpolitik und Verwaltung eingestellt worden und konnte erst Jahre später wieder erscheinen. Dass der Österreichische Schule dennoch ein Neuanfang gelang, ist auf mehrere private Zirkeln und Initiativen außerhalb des Universitätsbetriebes zurückzuführen. Ludwig Mises, ein ausgewiesener Geldtheoretiker und im Zivilberuf in der Handelskammer Wien tätig, versammelte ab 1920 in 14-tägigen Treffen brillante junge Köpfe in seinem Mises-Privatseminar, in dem über Jahre hinweg neben ökonomischen Fragen auch Themen der Sozialphilosophie, Soziologie, Logik und Erkenntnistheorie systematisch diskutiert wurden. Ein regelmäßiger Teilnehmer war der junge Friedrich A. Hayek (1899-1992), der selbst ein Diskussionsforum, den so genannten Geist-Kreis ins Leben gerufen hatte, der vornehmlich den Dialog mit anderen Wissenschaftszweigen förderte. Weitere Zirkel mit wirtschaftswissenschaftlichen Zielsetzungen entstanden in der Nationalökonomischen Gesellschaft und später im neu gegründeten Österreichischen Institut für Konjunkturforschung sowie in den Mathematischen Kolloquien von Karl Menger, dem Mathematiker und Sohn von Carl Menger, wobei alle diese Zirkel untereinander freundschaftliche Verbindungen sowie manche personelle Überlappungen aufwiesen.

Was für die ältere Österreichische Schule die subjektivistische Wertlehre war – nach Eugen von Böhm-Bawerk eine Art „Zauberschlüssel, [...] zur Klärung verwickeltster Erscheinungen und schwierigster Probleme des Wirtschaftslebens“ – das war für die jüngere Österreichische Schule die so genannte Kalkulationsdebatte sowie die Geld- und Konjunkturtheorie. Mitten in der aufgeheizten revolutionären Stimmung der unmittelbaren Nachkriegszeit wurde von Vertretern der Schule die Funktionsfähigkeit einer zentralen Planwirtschaft grundsätzlich in Frage gestellt. Mit Blick auf die (zentral gesteuerte) Kriegswirtschaft vertiefte dann Ludwig Mises die Analyse und wies eindrücklich nach, dass Preise stets die Basis für Kalkulationen der Wirtschaftsakteure sind. „Ohne freien Marktverkehr“, so Mises, „gibt es keine Preisbildung, ohne Preisbildung keine Wirtschaftsrechung“. Daran anknüpfend hob Hayek den Informationsgehalt frei gebildeter Preise hervor, ohne den es zwangläufig zu Fehlallokationen aller Art komme.

Das andere große Forschungsfeld ging auf Die Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel (1912) von Ludwig Mises zurück, der darin die Grundeinsichten der Österreichischen Schule auf die Geldtheorie und Geldwirtschaft angewandt hatte. In einer zweiten Auflage (1924) reichte Mises noch eine umfassenden Konjunkturtheorie mit weitreichenden Schlussfolgerungen nach: Die Auf- und Abschwünge im Konjunkturverlauf seien nicht „naturgegeben“ und somit unvermeidbar, sondern vielmehr das Ergebnis von Manipulationen seitens der Zentralbanken, die mit der Festsetzung von Leitzinsen die Geldmengen erhöhen oder drosseln und solcherart die Investitionsströme, Konsumausgaben oder Sparquoten mehr oder weniger stark beeinflussen. Immer wieder betonten die Vertreter der Österreichischen Schule, dass dieser Wirkungszusammenhang zwar evident, aber deshalb noch lange nicht steuerbar ist: Zum einen sind verlässliche Daten als mögliche Orientierungspunkte praktisch nicht verfügbar, zum anderen ist das Verhalten der das Wirtschaftsgeschehen bestimmenden Akteure prinzipiell nicht vorhersagbar.

An der Entwicklung der Österreichischen Konjunkturtheorie beteiligten sich seit Mitte der 1920er Jahre eine Reihe von jungen Ökonomen, die sich an der Universität Wien, oftmals nach Überwindung politisch motivierter Hindernisse, habilitierten und sich später einen hervorragenden internationalen Namen machen sollten: Friedrich A. Hayek, Oskar Morgenstern und Gottfried Haberler. Zwei weiteren Mitglieder dieser Gruppe, Fritz Machlup und Paul N. Rosenstein-Rodan, die später ebenso internationale Berühmtheit erlangten, wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft zur Habilitation nicht zugelassen. Überhaupt befand sich die wiedererstarkte Österreichische Schule gegen Ende der 1920er Jahre in einer recht zwiespältigen Situation: Sie erfuhr aus dem Ausland wohl wachsende wissenschaftliche Anerkennung, wurde jedoch im eigenen Land von den großen politischen Lagern zunehmend ablehnend bis feindselig behandelt. Die Schule hatte eine wohlbegründete Skepsis gegenüber dem unbegrenzten Glauben an den Staatsinterventionismus entwickelt und war damit allen Etatisten ein Dorn im Auge. Die kollektivistischen Parteien stießen sich am (wissenschaftlichen) Individualismus der Schule und die „Kalkulationsdebatte“ hatte die Sozialisten als erbitterte Gegner zurückgelassen. Für die Deutsch-Nationalen boten die jüdischen Mitglieder der Schule willkommene Projektionsflächen für deren aggressiven Antisemitismus. Was die Österreichische Schule jedoch ganz allgemein von der politischen Grundstimmung im Lande zu trennen begann, war ihr universelles Menschenbild, das „von der Einheit und Unveränderlichkeit der logischen Struktur des menschlichen Denkens“ ausging, wie es Ludwig Mises formulierte. Mit Vorstellungen, nach denen jede „Klasse“, jede „Gesellschaftsschicht“, jede „Epoche“, jede „Rasse“ oder auch jede Religion grundsätzlich ihre eigene Logik hätten, wussten die Mitglieder der Schule nichts anzufangen.

Angeekelt vom Verfall der Diskussionskultur und vom zunehmenden Antisemitismus, bedrängt und gescholten von den großen politischen Lagern und in beruflicher Hinsicht ohne befriedigende Perspektive, verließen die Mitglieder der jüngeren Österreichischen Schule nach und nach das Land. In der Folge kam die Weiterentwicklung des Forschungsprogramms zum Stillstand, die wissenschaftliche Produktion ging spürbar zurück und auch der innere Zusammenhalt begann sich merklich aufzulösen. Als sich die Volkswirtschaftslehre gegen Ende der 1930er Jahre zunehmend weltweit zu einer Lehre von der staatlichen Wirtschaftlenkung zu entwickeln schien und Modellannahmen präsentierte, die nicht mehr vom Individuum, sondern von wagemutig konstruierten Aggregaten ausgingen, hat die Österreichische Schule publizistisch kaum mehr reagiert. Zum einen, weil die ersten (Schein-)Erfolge der Nachfragesteuerung manche Mitglieder in eine abwartende Rolle drängten, zum anderen aber, weil die realen Lebensumstände einiger Mitglieder einfach andere Prioritäten nahelegten. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im März 1938 flüchteten – bis auf wenige Ausnahmen – die bis dahin verbliebenen Vertreter der Schule aus Österreich. Damit hörte sie in ihrem Ursprungsland auf zu bestehen.

Die zerstreuten Mitglieder der Österreichischen Schule fanden zumeist in den USA eine neue berufliche Heimat und konnten sich dort als Ökonomen etablieren. Zeitlebens blieben sie der Schule verbunden, verfolgten aber dann doch Forschungsansätze, die nicht mehr uneingeschränkt dem Forschungsprogramm der Österreicher zuzurechnen waren. Friedrich Hayek zog daraus einmal den Schluss, dass die Österreichische Schule nicht untergegangen, sondern in der modernen Volkswirtschaftslehre aufgegangen sei.

Tatsächlich wurde das Forschungsprogramm der Österreichischen Schule vorerst nur von Mises konsequent fortgeführt, nachdem dieser im Jahre 1940 in die Vereinigten Staaten emigrieren musste. Die Versuche von Hayek, nach dem Zweiten Weltkrieg die Schule in Österreich zu revitalisieren, kamen über zarte Anfänge nie hinaus. Er selbst verlagerte seinen Schwerpunkt in die Sozial- und Rechtsphilosophie, um nach der Verleihung des Nobelpreises 1974 zu wirtschaftswissenschaftlichen Fragestellungen zurückzukehren. Mises hingegen fand in New York erneut Schüler, unter denen sich besonders Murray N. Rothbard (1926-1995) und Israel M. Kirzner (*1930) bewährten. Als Mises 1973 hochbetagt starb, hatte er zuvor noch den Beginn einer bemerkenswerten Renaissance der Österreichischen Schule in der Gestalt der Modern Austrian Economics erleben können.

Seither hat die Österreichische Schule ihre Positionen und Analysen laufend weiterentwickelt und geschärft. Lange schien es, als ob viele dieser Ergebnisse in den volkswirtschaftlichen Mainstream eingeflossen und dort absorbiert worden wären. Bei näherer Betrachtung stellte sich jedoch zumeist heraus, dass es sich um Artefakte handelt, die aus dem Zusammenhang gelöst so manche Umdeutung und Verkürzung erfahren haben. So ist das Lieblingsspielzeug der Neoklassik, der „homo oeconomicus“, von der Österreichischen Schule bereits früh als eine viel zu mechanisch gedachte, blutleere und lebensfremde Karikatur des wirtschaftenden Menschen abgelehnt worden. Auch die Theorie der Wahlakte sah man in der Österreichischen Schule verwurzelt und verkannte, dass die Österreicher das menschliche Handeln bei weitem komplexer dachten, als dass es simpel auf die Alternativen entweder-oder reduziert werden könnte.

Meist gingen die Vertreter des Mainstreams auf derartige und andere Einwände gar nicht näher ein oder deklassierten die Österreichische Schule überhaupt gleich als „literarische Ökonomie“ oder als „Ökonomie ohne theoretische Vorschläge“. In der Tat steht das wissenschaftliche Weltbild der Österreicher der sokratischen Weisheit vom „Wissen über das Nicht-Wissen“ um einiges näher als die „moderne“ Volkswirtschaftslehre, die viel zu lange einer selbstgefälligen Anmaßung von Wissen huldigte. Dass eine solche Bescheidenheit, ja vielleicht sogar Demut vor der Komplexität der menschlichen Wirtschaft einen Offenbarungseid nicht zu fürchten braucht, können zwei einschneidende Großereignisse belegen: Das wirtschaftlichpolitische Scheitern des Sozialismus 1989 und die globale Krise der Geldwirtschaft 2008 trafen jeweils auf einen völlig überraschten wirtschaftswissenschaftlichen Mainstream, während die Österreichische Schule in beiden Fällen eine Bestätigung ihrer Analysen erfuhr.