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Wenn Eros uns den Kopf verdreht.
Philosophisches zum Seitensprung

gemeinsam m. Harald Koisser
Wien 2005
Verlag Kremayr & Scheriau/Orac
224 Seiten, Schutzumschlag
EUR 19,90.-
ISBN 3-701-50480-6

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Sexuelle Treue - nichts wünschen sich junge Menschen mehr von ihren künftigen Lebenspartnern. Ein großer romantischer Traum, der sich gegen die Realit�t der Seitensprung- und Scheidungsstatistiken erhebt. Sexuelle Treue ist offenbar das zentrale Thema bei der Frage nach dem Gelingen einer Partnerschaft und guter Lebensunterhalt f�r Astrologen, Psychologen, Anwälte, Lifestylemagazine und TV-Talkshows.

Was spricht für die Treue, was dagegen? Wie stehen Platon, Schopenhauer, Kierkegaard oder Nietzsche dazu? Harald Koisser und Eugen Maria Schulak stellten diese Frage und fanden vielgestaltige Antworten. Die Autoren nehmen sich allerdings zurück und treten hauptsächlich als Präsentatoren und Kommentatoren philosophischen Denkens auf. Sie haben aus der Überfülle an Literatur die großen Bedingungen für Treue und Untreue herausdestilliert und in handliche, lesefreundliche Häppchen aufbereitet.

So ist ein vergnügliches und verständliches Werk entstanden, in dem sich schalkhafte Anmerkungen finden, doch sich niemals ein moralischer Zeigefinger erhebt. Dazu bieten die völlig unterschiedlichen Denkansätze der Philosophen auch keinen Anlass. Eine taugliche Philosophie der (Un-)treue in einer Partnerschaft muss letztlich jeder und jede für sich selbst finden.

 


Buchpräsentation
4. Oktober 2005, Jenseits, Wien

Veranstalter: Harald Koisser, Eugen Maria Schulak, Verlag Kremayr & Scheriau/Orac
Lesung: Harald Koisser, Eugen Maria Schulak
Komposition und Klavier: Gisela Pastor
des weiteren am Klavier: Alexandra Buhl, Johann Pinter (vokal.akademie.wien)
Eros-Menü: Christian Petz (Küchenchef des Palais Coburg, Koch des Jahres 2002)
Weinbegleitung: Alois Kracher (Sü�wein-Weltmeister, fünffach gekürter Winemaker of the Year)
Sprecherin: Gabriela Mittendorfer
Schlussworte: Barbara Köszegi (Kremayr & Scheriau/Orac)

 


I n h a l t


Vorwort

Die Geschichte der Menschheit, eine Geschichte der Untreue
Die Erwartungen der Jugend
Über dieses Buch



1  Der nackte Trieb

"Alle Verliebtheit, wie ätherisch sie sich auch gebärden mag, wurzelt allein im Geschlechtstriebe." (Arthur Schopenhauer)
Ist alles Biologie?

"Die Anatomie ist das Schicksal." (Sigmund Freud)
Sex als tierischer Akt

"Post coitum omne animal triste est." (Aristoteles)
Trieb und Trauer

"Wo sie lieben, begehren sie nicht, und wo sie begehren, können sie nicht lieben." (Sigmund Freud)
Der nackte Trieb und die Liebe

"Und sie merkten, dass sie nackt waren." (Altes Testament, Genesis)
Das Verbot und der Reiz der Übertretung



2  Beflügelnde Leidenschaft

"Es ist ein Brand von solcher Art, dass ich brenne, aber nicht verbrenne." (Giordano Bruno)
Über das Wesen der Leidenschaft

"Leidenschaften unterworfen zu sein, ist wohl immer Krankheit des Gemüts." (Immanuel Kant)
Leidenschaft als neurotische Störung und destruktive Kraft

"'Zart ist das liebe Geschöpf', - das vor Magerkeit kaum mehr kann leben." (Lukrez)
Leidenschaft idealisiert

"Denn alle Lust will - Ewigkeit!" (Friedrich Nietzsche)
Leidenschaft ist gierig

"Wenn wir jemanden mit Leidenschaft umfassen, der unsrer Verachtung würdig ist, so empfinden wir peinlich die Nötigung der Natur." (Friedrich Schiller)
Leidenschaft fußt im Trieb

"Je mehr Geist man hat, desto größer sind die Leidenschaften." (Blaise Pascal)
Leidenschaft erfordert geistige Kraft

"Der Mensch ist von Natur aus für die Lust geschaffen." (Blaise Pascal)
Der Mensch braucht die Leidenschaft

"Unter der Gewalt der Leidenschaften verschwenden wir manchmal ganz umsonst beträchtliche Ressourcen." (Georges Bataille)
Leidenschaft ist unökonomisch



3  Wahre Liebe

"Böse ist aber jener gewöhnliche Liebhaber, der den Leib mehr liebt als die Seele." (Platon)
Platonische Liebe

"Die Liebe ist selbstlos, wenn sie nicht einmal Liebe fordert." (Milan Kundera)
Liebe als Atruismus

"Treue beim Mond, bei den Sternen, bei des Vaters Asche." (Sören Kierkegaard)
Liebe sucht ihre Verpflichtung

"Je weniger 'Warum', umso mehr Liebe." (Sören Kierkegaard)
Liebe ist bedingungslos

"Vor allem ist Eros ein so kundiger Dichter, dass er auch andere dazu macht." (Platon)
Liebe auf den ersten Blick



4  Abenteuerliche Ängste

"Jene, die in den Städten wohnen, suchen Erholung, Ferien und Erfrischung auf dem Lande." (Giordano Bruno)
Seitensprung als Reiselust

"Der Augenblick ist alles." (Sören Kierkegaard)
Abenteuer will keine Verpflichtung

"Angst ist der Schwindel der Freiheit." (Sören Kierkegaard)
Von den Aufregungen des erotischen Lebens



5  Der Bund fürs Leben

"Ehen werden im Himmel gestiftet." (Sören Kierkegaard)
Der Bund als religiöser Höhenflug

"Eine Ehe, in der Jedes durch das Andere ein individuelles Ziel erreichen will, hält gut zusammen." (Friedrich Nietzsche)
Der Bund als Interessensgemeinschaft

"Das Verhältnis der Verehelichten ist ein Verhältnis der Gleichheit des Besitzes." (Immanuel Kant)
Der Bund als juristische und religiöse Institution

"Sobald Menschen sich scheiden lassen, pflegt eine Staubwolke aufzusteigen." (Theodor W. Adorno)
Wenn der Bund zerbricht

"Schwer ist die Last, die mit der Ehe verbunden ist." (Lotario de Segni)
Der Bund als lästige Plage



6  Bürgerliche Ordnung

"Die sittliche Pflicht ist, in den Stand der Ehe zu treten." (Georg Wilhelm Friedrich Hegel)
Die Ehe als bürgerliche Strategie

"Bist du ein Mensch, der ein Kind sich wünschen darf?" (Friedrich Nietzsche)
Die Pflicht sich fortzupflanzen

"Der Mensch ist zunächst ein Tier, das arbeitet, das sich der Arbeit unterwirft und aus diesem Grunde auf einen Teil seines Überschwangs verzichten muss." (Georges Bataille)
Arbeit, erotisches Leben und Prostitution



7  Humor, Gelassenheit und rechtes Maß

"Ich halte dafür, das müsse ein kümmerlicher Ehemann sein, der durch die Ehe nicht Humorist werde." (Sören Kierkegaard)
Humor als Bewältigung des Lebens

"Die Güte einer Ehe bewährt sich dadurch, dass sie einmal eine 'Ausnahme' verträgt." (Friedrich Nietzsche)
Die Qualität der Gelassenheit

"Wem das Seinige nicht ausreicht, der ist arm, auch wenn er der Herr der ganzen Welt wäre." (Epikur)
Über die Suche nach dem rechten Maß



Anmerkungen


Quellen und zitierte Literatur